Dijon reimt sich mit Senf, Wein und Genuss. Die kleine Stadt hat einiges zu bieten und ist ideal für einen spontanen Weekendtrip im benachbarten Burgund. Hier findest Du 13 Tipps und Sehenswürdigkeiten für einen frühlingshaften Städteausflug.

Start in ein Wochenende in Dijon – die Anreise

Die kleine, schmuckhafte Stadt Dijon im französischen Burgund ist ein Katzensprung von der Schweiz entfernt. Je nach Reiseweg erreicht man Dijon in knapp 2 Stunden von der Schweizer Grenze entfernt.
Dieses Ausflugsziel ist somit prädestiniert für eine entspannende Zugreise – und von Bern aus hat man verschiedene Anreisemöglichkeiten. Ich entschied mit für eine Anreise über Basel und Mulhouse. Die Rückreise unternehme ich dann mit dem TGV von Dijon nach Lausanne.
Die Zugtickets kann man bequem auf der SBB-Webseite oder auf dem Portal der französischen Bahngesellschaft oui.sncf beziehen. Wie immer lohnt es sich, so früh als möglich die Tickets zu ergattern. Wer eher spontan unterwegs ist – so wie in meinem jetzigen Fall – kann mittels unterschiedlichen Hin- und Rückreisewege ein paar Franken sparen. Das sei mal so als Gratistipp erwähnt.

zwischen den haeusern dijon
Schon bei der Ankunft in Dijon wird einem klar, was auf einem zukommen wird: Der Besuch einer kleinen und feinen Stadt mit viel Charme. Auch wegen den Ähnlichkeiten zu Bern fühle ich mich auf Anhieb hier sehr wohl: Die Einwohnerzahl ist im gleichen Rahmen (ca. 150‘000 Einwohner), die Innenstadt ist kompakt und überschaubar aufgestellt, die Sehenswürdigkeiten sind in Gehdistanz voneinander entfernt, die kleinen Cafés und Bistrots sehen zum Verweilen einladend aus. Hier lässt es sich definitiv gut ein paar Stunden wenn nicht sogar Tagen verbringen.
Kein Wunder, man ist ja schliesslich in Frankreich. Im Land des Savoir-vivre…

Was tun in Dijon?

Meine Aufenthaltsdauer ist mit über 36 Stunden eher knapp für einen ausgiebigen Städteausflug, das muss ich zugeben. Dennoch kann ich im Nachhinein sagen, dass diese Dauer für Dijon reicht: Man kann problemlos viel besuchen, erleben und geniessen ohne in Zeitnot zu geraten.
Folgende Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten in Dijon würde ich jedem sofort weiterempfehlen:

1. Der Eulenweg – Le chemin de la chouette in der Altstadt

Für einen netten Überblick auf die Altstadt von Dijon zu gewinnen, eignet sich der Eulenweg perfekt. Dieser Rundgang führt einem in 22 Etappen durch die Altstadt – und bringt angeblich sogar Glück!
Der Ausgangspunkt für diesen 30 minütigen Spaziergang liegt am Place Darcy. Der ganze Rundweg ist mit kleinen, goldenen und nummerierten Dreiecken am Boden markiert. Bei der Kirche Notre Dame entdeckt man als Höhepunkt des Rundgangs eine kleine Eule auf einem Stützenpfeiler: Berührt man diese mit der linken Hand, soll das einem einen Wunsch erfüllen resp. Glück für das Leben bringen.

Eulenweg Dijon

la chouette de dijon

2. La Porte Guillaume – ein Paris Feeling in Dijon

Bin ich im kleinen Paris angekommen, oder doch in Dijon?
Die Frage ist bei der Ankunft in der Stadt durchaus berechtigt: Die breiten, weissen Gassen mit vielen verschiedenen Luxusgeschäfte erinnern mich stark an die französische Hauptstadt. Und spätestens beim Triumphbogen am Place Darcy, darf man sich diese Frage durchaus stellen. Aber nein, man ist wirklich in Dijon – den der fotogene Triumphbogen heisst hier nicht etwa Arc de Triomphe, sondern einfach „Port Guillaume“.

place darcy dijon


Hier geht es übrigens zum Foto-Artikel „Paris: L’amour court les rues“


3. Place de la Libération & Palais des Ducs

Der imposant gestaltete Place de la Libération ist kaum zu übersehen: Der im Halbkreis gehaltene Hauptplatz der Stadt stammt aus dem 17. Jahrhundert und liegt vor dem ehemaligen Palast der burgundischen Herzöge: Le Palais des Ducs.
Dieses Ensemble an verschiedenen Gebäuden versprüht die Grösse, den Glanz und die Mächtigkeit der damaligen Adelsschicht. Vor dem Palast gibt es ab dem späteren Frühling hier ein schönes Wasserspiel mit Fontänen zu beobachten – bei meinem Besuch waren diese leider abgeschaltet. Ob sich die Kinder wie in Bern hier von den sommerlichen Temperaturen abkühlen (dürfen), ist mir jedoch nicht bekannt.

Heute befinden sich in diesem Gebäudekomplex das Kunstmseum „Musée des Beaux-Arts“, das Rathaus („Hôtel de ville“) sowie das Tourismusbüro der Stadt.

palais des ducs dijon

palais des ducs dijon interieure

place liberation dijon

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4. Viel Senf, aber nicht nur: die regionalen Spezialitäten

Die Region Burgund reimt sich mit Wein, Senf und vielen Leckereien. Und in Dijon gibt es etliche kleine spezialisierten Lebensmittelgeschäfte, welche diese regionalen Spezialitäten zum Verkauf anbieten. Die besten Souvenirs aus Dijon sind klar die weltbekannte „Moutarde de Dijon“, das „Pain d’épices“ (Lebkuchen) nach uralten Rezepturen, regionale Käsespezialitäten oder dann doch eine Flasche von einem edlen Burgunderwein. Einfach alles, was den Magen glücklich macht.

5. Les Halles Centrales – die Markthalle zum Schlendern & Schlemmern

Die überdeckte Markthalle von Dijon – Les Halles Centrales – ist schlichtweg DIE Sehenswürdigkeit von der Senfstadt. Und insbesondere an einem Samstag Vormittag ist es ein Muss, hier vorbeizuschauen.
Der wöchentliche Markt lädt zum gemütlichen Verweilen ein: Hier verkaufen lokale Händler ihr Angebot an Früchten, Gemüse, Fleisch, Fisch, Käse, Pain d’épices, Wein,… Die Atmosphäre zwischen den Marktverkäufern und ihrer Kundschaft ist dabei ganz besonders und typisch französisch – stets höflich, freundlich und mit guter Laune. Und nebst kompetenter Beratung, gibt es meist auch etwas zum probieren.

les halles dijon

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6. Tour Philipp le Bon – die Aussicht über die Altstadt von Dijon

Ihr ahnt es bereits: Ich suche auch in Dijon eine Möglichkeit für in die Höhe, um mir einen Ausblick auf die ganze Stadt zu gönnen.
Eine nette Möglichkeit dazu bietet der Turm vom Phippu den Guten – La Tour de Philipp le Bon. Dieser Turm ist das Herzstück des Palais des Ducs. Von hier oben aus hat man einen netten Panoramablick auf die Kirche Notre-Dame, die gesamte Altstadt sowie die umliegende Agglomeration.

panorama-dijon
Der 46 Meter hohe Turm ist nur mit einer geführten Tour zu besteigen. Da erfährt man beim Aufstieg einiges über den Palast, über die verschiedenen Verzierungen und Skulpturen sowie die verschiedenen Geschichten und Anekdoten der fünf Herzögen vom Burgund. Und ja, nach dem Aufstieg der 316 Treppen, hat man eine grandiose Aussicht über die Altstadt von Dijon.

Diese Führung kann man direkt online auf der Webseite des Office du Tourisme buchen – oder vor Ort im Tourismusbüro. Für das Wochenende sowie während der touristischen Zeit lohnt es sich definitiv, das Ticket und seinen Zeitslot im Voraus zu buchen. Kostenpunkt: 5 Euro für Erwachsene, 3 Euro für Jugendliche und Studenten.

aussicht von der tour philipp bon dijon

dijon altstadt tour philippe le bon

7. Notre Dame de Dijon

Rein vom Namen her, ist es das zweite Paris-Feeling aus Dijon: Die Kirche Notre Dame. Äusserlich gibt es jedoch keine weiteren Ähnlichkeiten mit ihrem Namensvetter aus der französischen Hauptstadt.
Die gotische und imposanteste Kirche von Dijon stammt aus dem 13. Jahrhundert. Laut Wikipedia ist die Notre Dame de Dijon die „schönste, in den Abmessungen ausgewogenste Kirche des Burgunds“. Diese Beschreibung finde ich ganz angemessen, insbesondere beim Betreten des Innern der Kirche.
Wie bereits erwähnt, bildet diese Kirche auch den Höhepunkt des Eulenwegs: Auf der linken Kirchenfassade befindet sich die glücksbringenede Eule. Leider erkennt man deren Gesicht in Folge von Vandalismus nicht mehr….

dijon notre dame kirche

notre dame de dijon innenraum

das innern der kirche notre-dame

8. Brasseries, Maison du thé & Kaffeehäuser

Dijon liegt in Frankreich – und Frankreich verbinde ich immer mit Genuss, mit feinen Restaurants und dem alltäglichen Savoir-vivre. Dies ist in Dijon nicht anders. Sei es für Kaffee & Kuchen, eine garnierte „Chouchroute“, ein Stück Lebkuchen oder doch ein leckeres Beefsteak-Tartar – hier gibt es die perfekte Lokale dafür. Zudem haben die meisten Brasseries, Maison du thé oder Kaffeehäuser eine nette Terasse, wo man gemütlich an der Sonne verweilen kann.

kaffeehaeuser-dijon

9. Dijon FCO: Bester französischer Fussball besuchen

Ja, als Fussballfan hat man Dijon auch als Reiseziel, um ein Fussballspiel zu schauen. Der Dijon FCO spielt (noch) in der obersten französischen Liga, daher kann man unweit von der Schweiz ab und zu tollen Fussball aus dem Nachbarsland geniessen.
Der DFCO (Dijon Football Côte D’Or ) trägt seine Spiele im Stade Gaston Gérard aus; ein schönes Stadion mit Platz für etwa 15‘500 Zuschauern.

Fussball dijon dfco

10. Cathédrale Saint-Bénigne, Église Saint-Michel…und viele weitere Kirchen

Klar, die Kirche Notre-Dame de Dijon ist dank ihrer Lage und der glücksbringende Eule eine Sehenswürdigkeit von Dijon. Doch in der Stadt gibt es auch viele weitere sehenswerte Kirchen – und sogar ein Münster. Doch warum genau diese Kirchen touristisch betrachtet nicht so viel Beachtung erhalten, ist mir ein Rätsel.

Sowohl die Cathédrale Saint-Bénigne wie auch die Kirche Saint-Michel sind – zumindest von aussen gesehen – genau so eine Augenweide wie Notre Dame. Und ja, in der Stadt Dijon gibt es noch viele weitere Gotteshäuser. Wer sich mit diesem Thema befassen will, und sich schöne Beispiele von Kirchenarchitektur ansehen will, wird bei diesem Städteausflug auf seine Kosten kommen.

kirche dijon saint michel

11. In den leeren Gassen der Altstadt schlendern

Die Stadt Dijon ist Synonyme für schöne, charmevolle Gassen und Strassen. Ein Grossteil der Altstadt ist autofrei gehalten, was natürlich geradezu zum Spazieren und Schlendern einlädt. Um diesen Charme in vollen Zügen geniessen zu können (und auch um Fotos ohne störende Menschen drauf zu machen), lohnt es sich sehr, diese Gassen im leeren Zustand zu besuchen.

Sei es in den frühmorgendlichen Stunden, wenn die Sonne aufgeht. Oder aber spät abends, wenn die Gassen von den Strassenlaternen wunderschön beleuchtet werden. Ich lege es Dir nahe: Schlendere in den leeren Gassen, das ist ein magisches Gefühl. Sowohl für die Kamera, wie auch für Deine Seele.

12. Streetart in der Altstadt von Dijon

Ok, ich muss zugeben, Dijon ist jetzt nicht gerade für seine Streetartkunst bekannt. Und dennoch: Es gibt sie, die schönen Verzierungen in der Altstadt von Dijon. Und es sind nicht wenige. Sei es politisch kritische Kunstwerke, oder solche die einfach die Gassen verzieren. Wenn man die Augen offen hat, sieht man immer wieder schöne Beispiele der grafischen Strassenkunst.

Dijon-Streetart

13. Die Seele & Sinne erweitern, sei es im Museum oder beim 5-Sterne-Koch

In Dijon lässt es sich gut leben, das ist nicht abzustreiten. Die kleine Stadt ist ideal für ein abwechslungsreiches Wochenende, mit Möglichkeiten die französische Kultur richtig auszuleben. Bei meinem Besuch, verbrachte ich ein wunderschönes Frühlingswochende an der Sonne. Doch Dijon hat auch ein vielfältiges Angebot, um bei Schlechtwetter sich nicht langweilen zu müssen.

Dijon liegt im Herzen des Burgunds – eine Region von Frankreich, die viele interessanten Geschichten zu erzählen hat. Entsprechend gibt es in der Stadt eine Vielzahl an historischen Museen über die Epochen der Könige, Herzoge und sonstigen Adligen. Aber nicht nur! Das Musée des Beaux-Arts bietet eine nette Kollektion an Kunstgegenständen.

Wer sich kulinarisch gut gehen lassen will, wird hier ebenfalls sein Glück finden. Dijon bietet für die Amateure der Spitzenküche eine Vielzahl an Restaurants an, die sogar vom Guide Michelin mit mehreren Sternen ausgezeichnet wurden. Wer genauere Informationen dazu will, sollte mal bei Travelita.ch vorbeischauen.

Fazit: Dijon ist ideal für ein abwechslungsreiches Wochenende in Frankreich

Ob für klassisches Sighseeing, für regionale Spezialitäten, um zu shoppen oder einfach in den Gassen zu flanieren – die kleine und charmante Altstadt von Dijon ist ein ideales Reiseziel für einen kurzen Städteausflug, zum Beispiel an einem Wochenende. Die Stadt bringt Geschichte mit sich, charmevolle Umgebung und kulinarische Köstlichkeiten. Sie ist überschaubar und nicht zu gross, aber dennoch mit einem vielfältigen Angebot.

Ja, Dijon und die Region Burgund werde ich sicher nochmals besuchen.

marc

Ein nimmersatter Weltentdecker, sei es in der Schweiz, in Europa oder in der fernen Welt. Und ein passionierter Photograph, von Landschaften, Städten oder Menschen. Das bin ich, Marc, aus Bern, Schweiz.

6 Gedanken zu „Dijon: Senf, Frühling & Sehenswürdigkeiten

  • In Dijon war ich schon ewig nicht mehr… Danke für die schönen Fotos und Tipps, damit kam die Erinnerung wieder und ich könnte mir ein paar Tage Burgund und Dijon im Frühling super gut vorstellen. Die Markthalle und die Eulen sind ja auch super!

    Antwort
    • Ja, die Stadt Dijon lohnt sich auf jeden Fall für ein entschleunigendes Wochenende….das nächste Mal würde ich aber auch die Region mit den Rebgebieten besuchen! :-)
      Besten Dank für den lieben Kommentar ;-)

  • Moin,

    die Bilder sehen ja klasse aus! Kaum eine Stadt gesehen, in der man wirklich menschenleere Fotos aufnehmen kann. Kommt auf meine Liste!

    Beste Grüße

    Tobias

    Antwort
    • Besten Dank! Für menschenleere Fotos einfach die frühen Morgen- oder späteren Abendstunden reservieren… ;-)
      Liebe Grüsse

  • Gemerkt! Für uns ist Dijon zwar keinen Katzensprung entfernt, liegt aber entlang unserer Route, wenn wir mit dem Camper in Frankreich unterwegs sind. Beim letzten Mal hatten wir Metz als Zwischenstopp gewählt (auch herrlich!), Dijon stand aber auch zur Auswahl und kommt beim nächsten Mal dran. Danke für die schönen Impressionen!
    LG, Nicole

    Antwort
    • Sehr schön, das freut mich zu lesen – dann wünsche ich euch dann viel Spass auf Frankreichs Strassen! :-)

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