Dörfer auf dem Wasser, schwimmende Gärten, buddhistisches Feste auf dem See: Der Inle-Lake ist  ein Highlight einer Reise in Myanmar.  Ich verbrachte drei unvergessliche Tage am Inle-See, im schönen Osten von Myanmar.

boattour inle lake

Frische Seeluft am Inle-See

Es gibt eine kurzfristige Routenänderung: Nach meinem regnerischen Aufenthalt in Mandalay entscheide ich mich statt nach Bagan zuerst zum Inle-Lake zu fahren.

Ich brauche nach dem städtischen Chaos einen Ausflug in die Natur, mit Hügel, Seen und Bootsfahrten. Und wenn ich ganz ehrlich bin, gibt es weitere Gründe für eine spontane Planänderung:

  • Schifffahrt von Mandalay nach Bagan ist am geplanten Tag nicht möglich
  • eine Schweizer Kollegin ist gerade am Inle-Lake
  • am Inle-Lake findet zurzeit ein buddhistisches Fest statt, was ich mir nicht entgehen lassen will

Und der Inle-See verspricht Erhohlung und gleichzeitig verschiedene möglichen Aktivitäten.

 

Mit dem Fahrrad das Hinterland erkunden

Gesagt getan. Und kaum in Nyaung Shwe angekommen, entscheide ich mich im Dorf ein Fahrrad zu leihen um die Gegend zu erkunden. Schliesslich habe ich schon eine Weile keine sportliche Betätigung gemacht. Und ja, die sonnigen Wetterverhältnisse laden förmlich dazu ein.

Es ist heiss, und ich weiss nicht ob eher die tropischen Wetterverhältnisse  oder das 1-Gang-Damenvelo mir mehr Mühe zubereitet.

Aber die Landschaft zwischen Nyaung Shwe und dem kleinen Dorf Maing Thauk ist wunderschön: Vorbei radle ich an landwirtschaftliche Felder, überhole von Ochsen gezogene Karren und werde in den einheimischen Dörfern mit einem herzhaften „Minglaba“ begrüsst. Auch hier muss ich wieder feststellen: Die Leute sind so herzhaft freundlich. Das werde ich in Europa bestimmt vermissen!

life community cafe

Zwischen Nyaung Shwe und Maing Thauk mache ich einen Halt im „Life Community Café„, bei welchem der Umsatz sowie individuelle Spenden zu Gunsten der Kindern und Schulen der Region Inle-Lake kommen.

In Maing Thauk ist über die Hälfte des Dorfes auf Stelzen und somit auf dem Wasser gebaut. Die Verbindung einzelner Häuser mit dem Ufer ist mit einer 400 Meter langen Holzbrücke sichergestellt – andere Bewohnungen sind ausschliesslich mit einem Boot erreichbar.

Da ich keinen Bock habe, die genau gleiche Strecke mit dem Velo zurückzufahren, frage ich nach ob ein Boot-Taxi mich ans andere Ufer rüberschiffen könnte – natürlich inkl. Fahrrad. In Myanmar ist vieles bis alles möglich, und so werde ich nach einer zähen Preisverhandlung nach Khaung Daing problemlos rüber geschifft.

Maing Thauk Bruecke

maing thauk haus

maing thauk

Khaung Daing ist für seine heissen Thermal-Quellen bekannt, die ich persönlich jedoch nicht besucht habe. Es ist mir einfach zu heiss, um in warmes Wasser zu planschen. Aber für die Info: Es gäbe hier sowohl öffentliche Pools (einer für Männer, einer für Frauen), und es bestünde sogar die Möglichkeit private Pools zu mieten.

 

Phaung Daw oo Pagoda: Das Fest auf dem Inle-Lake

Bei der Reiseplanung habe ich erfahren, dass am Inle-Lake Ende September oder im Oktober das Phaung Daw oo Pagoda Festival stattfindet. Dies ist ein 18 tägiges religiöses Festival, welches dieses Jahr genau während meinem Aufenthalt stattfindet.

Während dem Phaung Daw werden 5 goldene Buddha-Statuen auf einem schwimmenden Tempel – sprich ein vergoldetes Boot – um den See gezogen und in verschiedenen Dörfer stationiert, wo es entsprechende Festivitäten mit grossen Märkten zu besuchen gibt. Tagsüber finden in verschiedenen Kanäle des Sees zusätzlich sehr umkämpfte Bootsrennen statt, wo hunderte Männer das Boot einfüssig anrudern.

inle see schwimmende pagode

inle see festival

inle lake festival

Die Festivitäten auf dem See, als das Ziehen der schwimmende Pagode, ist jeweils eine frühmorgendliche Sache. Das ganze Prozedere auf dem Inle-Lake beginnt um etwa 7 Uhr: Rund 20 verschiedene Boote à je 100 Männer ziehen rhythmisch und singend die am Ende angemachte schwimmende Pagode. Ein ziemlich eindrückliches Schauspiel, welches auch von vielen Zuschauerboote beobachtet wird.

inle lake schwimmende pagode

Dem Pagodenfest folgt dann Thadingyut, das Ende der buddhistische Fastenzeit (Waso) und die Rückkehr von Buddha. Die Leute feiern dieses Fest mit vielen Kerzen an den Fenstern, in den Tempeln und als kleine Strassenlaternen. Dies werde ich jedoch nicht mehr hier erleben, bis zu diesem Zeitpunkt werde ich schon am Strand von Dawei liegen, im Südosten von Myanmar.

schifffahren inle see

Mit dem Boot einmal um den Inle-Lake: Die Sehenswürdigkeiten

Gleich nach dem festlichen Akt mit der schwimmenden Pagode unternehme ich mit dem Bootsführer eine klassische Rundfahrt um den Inle-Lake – ein Muss für jeden Touristen. Folgende Sehenswürdigkeiten werden dabei angefahren:

  • Besuch einer Schmiede zur Herstellung von Silber, sowohl für Schmuck wie auch für religiöse Objekte wie kleine Behälter für die Abgabe von Opfergaben. Natürlich gibt es für die Touristen einen grösseren Shop, wo man sich mit Souvenir eindecken kann; sowohl Schmuck wie auch Andenken aus Holz.
  • Besuch der Lang-Hals-Frauen, die seit Kindheit goldige Halskrausen tragen. Dieser ursprüngliche Schutz vor Tiger und sonstige gefährlichen Tieren verlängert den Hals der Frauen, da die alten, bis zu 10 Kilogramm schweren Krausen nicht abgenommen werden können. Die heutigen Kinder tragen jedoch eine neuartige Form von diesem goldenen Schmuck, der über Nacht abgezogen werden kann.

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  • Unterwegs auf dem See trifft man auf traditionelle Fischer, die typischer Weise mit einem Fuss ihr Paddel bedienen – sogenannte Einbeinruderer. Man trifft aber auch auf See-Bauern, die Seegras vom Grund pflücken.
  • Bootsfahrt durch verschiedene Kanäle, vorbei an verschiedene einheimische Dörfer
  • Halt im Dorf Intheim (oder auch Indein genannt), mit dem Besuch einer wunderschönen Pagode mit uralten Stupas sowie einem kleinen Markt mit birmanischen Kunst und buddhistischen Gemälden.

  • Führung in einer Lotus- und Seiden-Weberei. Und ja, ihr habt richtig gelesen: Aus den Stängel der Lotus-Blumen werden die Fasern zu Faden gesponnen, und später zu Stoff gewoben – meistens in Kombination mit Baumwolle- oder Seide-Garn.
  • Besuch bei den Tabak-Frauen, die in einem höchst fleissigen Tempo burmesische Zigaretten und Zigarren rollen. Inklusive Degustation der Zigaretten mit verschiedenen Geschmäcker (z.B. Banane, Anis oder etwa Pfefferminze).

  • Zwischenhalt in einem alten Kloster, welcher ebenfalls auf dem Wasser gebaut wurde und praktisch vollständig aus Holz besteht. Ein wunderschönes Gebäude, mit einem sehr inspirierenden Innern.
  • Fahrt durch die schwimmenden Gärten, bei denen übers Jahr durch Tomaten, Früchte oder Kürbisse angepflanzt werden.

Aufgrund des herrschenden Pagodafests in der Region um den Inle-Lake wurde darauf verzichtet die schwimmenden Märkte zu besuchen: Die Marktleute seien in den Ortschaften ihre Waren am verkaufen und daher lohne sich ein Besuch nicht wirklich.

Markt und Rummelplatz in Nyaung Shwe

Während dem Phaung Daw oo Pagoda vergrössert sich der lokale Markt von Nyaung Shwe um ein Vielfaches. Nebst den gewöhnlichen Früchte und Gemüse-Verkäufer finden sich in dieser Zeit auch etliche Anbieter von Kleider, Süssigkeiten, Gemälde, Schmuck oder frisch zubereitete Snacks.

Insbesondere Abends wird es zu einem wahren Rummelplatz, wo sich die Menschen der ganzen Region treffen und zusammen mit (sehr sehr) lauter Musik feiern. Die Jugendlichen haben zu dem die Möglichkeit auf Achterbahn ähnliche Konstruktionen ihr Adrenalinspiegel zu erhöhen oder einfach neue Menschen kennenzulernen….

Hotels & Anreise an den Inle-Lake

Viele verschiedene Wege führen zum Naturreservat Inle-Lake.

Doch der Eintritt zum Naturgebiet kostet überall rund 15‘000 Kyats.

Die grösste und bekannteste Ortschaft am Inle-Lake ist klar Nyaung Shwe, wo auch die meisten Hostels, Guesthouses und Hotels liegen. Es gibt jedoch mittlerweile auch (Bungalow-)Resorts, die direkt am See gebaut wurden.

Tipps für Backpacker-Hostels:

Die Anreise an den Inle-See kann über verschiedene Wege erfolgen:

  • Mit dem Flugzeug: Der nächstgelegene Flughafen liegt in Heho, rund 40 Kilometer (entspreicht rund 45 Minuten Fahrt) von Nyaung Shwe entfernt. Flugverbindungen gibt es nach Yangon, Mandalay und Nyaung U (Flughafen in der Nähe von Bagen).
  • Busverbindungen gibt es von ganz viel verschiedenen Ortschaften: Beliebt sind die Nachtbusse von Yangon (Dauer ca. 11 Stunden) oder Bagan (Dauer ca. 8 Stunden), oder aber den Bus tagsüber von Mandalay (Dauer ca. 6 Stunden) aus.
  • Auch eine Zugfahrt an den Inle See ist grundsätzlich möglich: Der Bahnhof liegt in Shwenyaung, eine Ortschaft die ca. 15 Kilometer von Nyaung Shwe liegt. Die Züge kommen von Yangon oder Mandalay her; für die Anreise mit dem Zug braucht man jedoch teilweise mehrere Tage.
  • Sehr beliebt bei Touristen ist die Anreise über den Landweg, und zwar zu Fuss. Von Kalaw aus hat man Möglichkeiten für verschiedene mehrtägige Wanderungen: Ein solche Trekking Route kann eine oder zwei Nächte bei Einheimischen beinhalten. Alle Reisende, die ich unterwegs kennengelernt habe und diese Tour gemacht haben, waren vom Trekking sehr begeistert.

 


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Kennst Du den Inle-Lake? Welche Aktivitäten hast Du während deinem Aufenthalt gemacht? Ich freue mich wie immer auf Deinen Kommentar !

 

 

Zusammenfassung
Reisebericht Inle-Lake: Eine Idylle in Myanmar
Titel
Reisebericht Inle-Lake: Eine Idylle in Myanmar
Beschreibung
Dörfer auf dem Wasser, schwimmende Gärten, buddhistisches Feste auf dem See: Der Inle-Lake ist  ein Highlight einer Reise in Myanmar.
Autor

2 Gedanken zu „Inle-Lake: Eine Idylle in Myanmar

  • 4. November 2018 um 05:04
    Permalink

    Wir sind gerade gestern am Inle Lake angekommen, danke für die tollen Tipps wir freuen uns schon die Ungebung mit dem Fahrrad zu erkunden.

    Antwort
    • 4. November 2018 um 06:12
      Permalink

      Sehr schön – ich bin gerade ein bisschen eifersüchtig, wäre gerne wieder am Inle-Lake :-) Viel Vergnügen, geniesst eure Reise!

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