Verschwommene Bilder sind in der Regel nicht erwünscht. Auf die Frage, warum die Bilder unscharf werden, gibt es verschiedene Antworten. In diesem Artikel stelle ich Dir 15 Gründe vor und gebe Tipps, wie man unscharfe Fotos verhindern kann.

15 Gründe für unscharfe Fotos & Tipps gegen verschwommene Aufnahmen

Kürzlich habe ich meinen neuen Jahreskalender erhalten. Voller Vorfreude habe ich den ausgepackt, und ehrlich gesagt, ich war zum Teil enttäuscht.

Die Bildauswahl gefällt mir immer noch, das jeweilige Motiv passt zum entsprechenden Monat.

Die Druckqualität stimmt auch.

Aber gewisse Bilder sind verschwommen. Nicht sehr schlimm; wenn man den Kalender von einer gewissen Entfernung betrachtet, bemerkt man die Unschärfe praktisch nicht.

Doch bei genauerem Betrachten fällt die Unschärfe einem geschulten Auge einfach auf. Und so mache ich mich auf der Suche nach den möglichen Ursachen der unscharfen Bilder.

Meine Erkenntnisse und die Möglichkeit dies zukünftig zu verhindern möchte ich euch nun nicht vorenthalten. Voraussetzung ist jedoch aber auch, dass man die manuellen Einstellungen (Blendegrösse, Belichtungszeit, ISO-Werte, etc.) auf der Kamera selber vornehmen kann.

1. Der Fokus richtig stellen

Die Ursache Nummer 1 für unscharfe Fotos liegt höchstwahrscheinlich beim Fokus.

Die meisten Menschen werden (aus Faulheit) den Autofokus der Kamera verwenden. Ist ja eigentlich auch praktisch: Die Kamera entscheidet selbständig, welches Objekt auf dem Bild die Hauptrolle einnehmen soll und entsprechend scharf gestellt wird. Dies macht in vielen Situationen durchaus auch Sinn.

Jetzt kommt das Aber: Die Kamera ersetzt nicht den fotografisch Blick des Fotografen. Nicht immer fokussiert die Kamera das richtige Objekt im gewählten Ausschnitt. Und das führt dazu, das Unwichtiges plötzlich scharf ist, aber das Wesentliche verschwommen aussieht. Hashtag #schonoblöd.

unscharfe-fotos falscher fokus

Deshalb mein Tipp: Kontrolliere selber den Fokus! Bei den meisten Kameras gibt es über das Menü die Möglichkeit, die Grösse des Fokusbereichs einzustellen und diese an gewünschte Stelle zu positionieren – und das genaue Fokussieren übernimmt dann doch noch die Kamera automatisch. Voll praktisch.

Natürlich gibt es auch die Möglichkeit vollständig manuell zu fokussieren und den Autofokus ganz auszuschalten. Dies erfordert jedoch viel Übung und Geduld bei der Fotoaufnahme – was insbesondere bei Schnappschüsse nicht immer ideal ist….

 


2. Die Belichtungszeit ist zu gross

Die liebe Belichtungszeit, auch Verschlusszeit genannt.

Diese Einstellung bestimmt wie lange der Verschluss der Fotokamera offen bleibt, sobald man den Auslöser gedrückt hast. So kann der Fotograf bestimmen, wie lange Licht auf den Sensor der Kamera scheinen soll.

Konkret:

  • Mit einer Belichtungszeit von z. B. 1/4000 Sekunde lässt man nur ganz kurz Licht in die Kamera rein. So werden ganz schnelle Bewegungen scharf eingefangen.
  • Mit einer Belichtungszeit von ca. 10 Sekunden lässt man eine gefühlte Ewigkeit Licht auf den Sensor fallen. So werden (Nacht-)Fotos in grösster Dunkelheit auch ohne Blitz richtig schön hell.

Je mehr Zeit man verstreichen lässt, umso verschwommener werden jedoch die Bewegungen. Sei es auf dem Bild selber (z.B. ein vorbeifahrendes Auto), oder jegliche Bewegungen der Kamera. Und ohne Stativ resp. stabilen Untergrund, werden Langzeitbelichtungen in der Regel unscharf.

Daher sind richtige Einstellungen der Belichtungszeit für scharfe Fotos essentiell wichtig. Folgende Faustregeln für nicht bewegte Objekte würde ich mir merken:

  • Für scharfe Bilder “aus der Hand”, also ohne Stativ und ohne Bildstabilisator, nimmt man Belichtungszeit = Kehrwert der Brennweite. Beispiel: 50 mm Brennweite, mindestens 1/200 Sekunde
  • Für scharfe Bilder “aus der Hand”, ohne Stativ aber mit einem Bildstabilisator, so hat man 2-3 Blendestufen Puffer (und pro Blendestufe wird die Zeit halbiert). Belichtungszeit = Kehrwert der Brennweite * 1/2 * 1/2. Beispiel: 50 mm Brennweite = 1/50 * 0,5 * 0,5 = ca. 1/10 Sek.

3. Du bewegst Dich – bleib doch ruhig!

Auf Reisen, auf Entdeckung, beim Spazieren. Während der Suche nach dem besten Foto ist man selber in Bewegung. Hat man ein ideales Fotomotiv gefunden, sollte man stehen bleiben und die Einstellungen in Ruhe vornehmen.

Doch selbst da, ist man immer noch minim in Bewegung. Der Mensch ist schliesslich kein Stativ: Zitternde Hände (vor allem jetzt im Winter!), der atmende Körper, schwere Beine oder Arme. Das sind alles mögliche Faktoren für unscharfe Bilder. Insbesondere bei schwacher Belichtung, welche höhere Verschlusszeiten fordern.

Versuche deshalb deinen Körper als Stütze zu verwenden: Drücke deine Arme – insbesondere die Ellenbogen – an den Oberkörper. Brustkasten rausdrücken, geraden und steifen Rücken machen. Vor dem Auslösen zuerst die Luft anhalten. Ja, das alles kann verhinderen, dass Dein Körper schwankt, zittert, in Bewegung ist.

Wenn es mit der Verschlusszeit knapp wird, und die ersten Fotoversuche trotz aller Bemühungen unscharf werden…..dann schau Dir nach einer Möglichkeit um, wo Du die Kamera aufstellen kannst. Oder verwende doch ein Stativ (weitere Informationen dazu ab Punkt 7).

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4. Dein Motiv bewegt sich

Ok, auch wenn Du die innere und äussere Ruhe gefunden hast, können Fotos unscharf werden. Zum Beispiel wenn das Motiv selber in Bewegung ist – und Du es nicht anhalten kannst.

Im Vergleich zu den stillstehenden Objekten, ist eine richtige Belichtungszeit für Objekte in Bewegung schon deutlich komplizierter zu ermitteln.

Eine Faustregele lautet Belichtungszeit = Geschwindigkeit von Objekt + Bewegungsrichtung + Abstand. Da ich beim Fotografieren selten bis nie Zeit habe, zusätzlich eine mathematische Formel zu lösen, habe ich mir folgende Annäherungswerte einfach mal so gemerkt:

  • Menschen in natürlicher Bewegung: ca. 1/40 Sek.
  • Spazierende Menschen: ca. 1/125 Sek.
  • Joggende Menschen: ca. 1/250 Sek.
  • Fahrrad-Fahrer: 1/500 Sek.

Natürlich hängen diese Angaben von Fall zu Fall ab; sei es wegen den Lichtverhätlnissen, dem eingesetzten Material oder eben den einzelnen Faktoren zum Motiv. Aber als Grundlage kann man diese Angaben durchaus verwenden.

Grundsätzlich gilt aber auch: Je schneller ein Motiv sich bewegt, umso kürzer die Belichtungszeit.

 


5. Die offene Blende

Nun möchte ich über ein Phänomen sprechen, welches besonders in der Portraitfotografie zum Problem werden kann: Die Unschärfe durch eine zu weit geöffnete Blende. Ein wahrer Klassiker, der mir schon einige Kopfschmerzen zubereitet hat.

Eine offene Blende ist grundsätzlich toll, um das Motiv scharf zu stellen und so vor seinem unscharfen Hintergrund abzuheben. Der Bookeh-Effekt.

Insbesondere bei lichtstarken Festbrennweiten ist dies machbar. Bei Blendewerten von f/3 bis zu f/1.4 eine tolle Sache.

Nun angenommen, Du fokussierst auf die Augen deines Models. Bei möglichst offener Blende, gewisser Nähe und eingeschaltetem Autofokus kann es jedoch vorkommen, dass dabei nur ein Auge scharf wird – und der Rest des Gesichts unscharf. Oder aber der Fokus verschiebt sich auf die Nase; und dann sieht wirklich alles drum herum unscharf aus. Auch da, Hashtag #schonoblöd.

Was kann man dagegen machen? Nicht viel. Einfach darauf achten, was man fokussieren will – und dabei nicht nur ein Detail fokussieren, sondern mittels Fokussierbereich gleichzeitig verschiedene Punkte scharf stellen. Und dann gleich nach dem Abdrücken das Vorschaubild mit Reinzoomen genau überprüfen, ob das Resultat wirklich den Vorstellungen entspricht.


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6. Die geschlossene Blende

Wie im vorherigen Punkt abgehandelt, ist eine Abhebung des Vordergrundes gegenüber dem Hintergrund mit dem Öffnen der Blende eine tolle Sache.

Für beispielsweise Landschaftsaufnahmen möchte man in der Regel jedoch eher eine Tiefenschärfe hinbekommen, so dass das ganze Bild scharf aussieht.

Daher könnte man auf die Idee kommen, die Blende tendentiell zu schliessen – was durchaus Sinn macht. Dazu den Fokusbereich möglichst gross gestalten, und gut ist.

Aber Achtung: Nicht alle Objektiv sind dafür geeignet!

Es kann durchaus vorkommen, dass Objektive nur in einem bestimmen Blendebereich gestochen scharfe Resultate erzielen – zum Beispiel zwischen f/5 und f/10. Alles darunter, sprich f/10 oder noch weniger, führt wieder zu Unschärfe. (Meistens nicht allzu schlimm, aber eben, nicht gestochen scharf.)

Die Lösung dafür? Übung und Erfahrung macht den Meister. Teste Deine Objekte, sammle Erfahrungen welche Einstellungen zur besten Schärfe auf der ganzen Aufnahme führt.


7. Stabiler Untergrund: Verwendest Du ein Stativ?

Es kann vorkommen, dass egal wie fest Mühe Du Dir gibst, die Fotoaufnahme aus der Hand einfach nicht scharf wird. Meist hängt dies mit schlechteren Lichtverhältnisse zusammen, oder wenn man Langzeitbelichtungen aufnehmen will, um z.B. das Rauschen des Wassers weichzeichnen zu können.

Sprich: Sobald Du eine Aufnahme länger als die Faustregel “Belichtungszeit = Kehrwert der Brennweite” vornehmen möchtest.

Lösung: Du brauchst einen stabilen Untergrund – konkret: Ein Stativ!

Ich persönlich besitze ein sogenanntes Reisestativ. Es ist leicht, zusammenfaltbar damit es in meinen Rucksack passt, und dennoch genügend stabil um den meisten Windverhältnissen Stand zu halten.

Wer kein Stativ besitzt, oder diesen wiedermal zu Hause liegen gelassen hat, der muss dann halt mit einem sonstigen stabilen Untergrund arbeiten und die Kamera drauf legen. Dies hat dann den grossen Nachteil, dass man die Kamera meist nicht so hingerichtet hinkriegt, wie man es sich eigentlich wünschen würde….


8. Selbstauslöser, Fernauslöser….oder löst Du es selber aus?

Trotz Verwendung einer stabilen Unterlage kann es vorkommen, dass die Bilder verschwomme werden. Wieso? Wegen dem Auslösen!

Wenn man die Kamera auf ein Stativ stellt und mit dem Finger den Auslöser betätigt, bewegt man gleich auch die Kamera – ganz egal wie vorsichtig man vorgeht. Leichte Schwingungen werden auf die Kamera weitergeleitet, und diese können unscharfe Bilder verursachen.

Wie kann man dies verhindern?

  • Mit einem Selbstauslöser, der das Bild erst einige Sekunden nachdem man den Auslöser gedrückt hat aufnimmt
  • Mit einem Fernauslöser, sei es über Funk oder mittels Kabel-Fernauslöser

9. Fehlender Bildstabilisator

Der Bildstabilisator. Eine Funktion, die mittlerweile bei den meisten Kameras und/oder Objektive vorhanden ist. Durch den Bildstabilisator werden kleine Bildschwankungen und Bewegungen automatisch ausgeglichen; das Motiv wird trotz kleinster Verwackelungen scharf dargestellt.

Achte darauf, wo Du diesen ein- oder ausschalten kannst. Und je nach Modell kann es vorkommen, dass er einen anderen Namen trägt – bei Canon und Olympus nennt man diesen I.S. (Image Stabilisation), bei Fujifilm und Panasonic O.I.S. (Optical Image Stabilisation), bei Nikon V.R. (Vibration Reduction) oder bei Sony etwa Optical SteadyShot.

Es ist vorteilhaft, dass der Bildstabilisator eingeschaltet ist, wenn Du aus der Hand fotografierst….


10. Wenn Stativ, dann Bildstabilisator ausschalten

…aber es gibt auch Situationen, bei denen man den Bildstabilisator besser ausschalten sollte: Zum Beispiel wenn die Kamera ruhig steht, sei auf einer stabilen Grundfläche oder direkt auf einem Stativ.

Auf einem Stativ kann es nämlich vorkommen, dass bei eingeschaltetem Bildstabilisator das Bild unscharf wird.

Weshalb? Weil dieser Bildstabilisator auch in höchst ruhiger Lage seine Arbeit verrichtet – er gleicht mögliche Bewegungen aus. Da diese Bewegungen jedoch gar nicht erst vorhanden sind, wird das Bild jetzt möglicherweise leicht verschwommen.

Daher hier die Grundregel:

  • Aus der Hand = Bildstabilisator ein
  • Auf dem Stativ = Bildstabilisator aus

11. Die zu grosse Nähe zum Objekt

Der Mindestabstand zwischen Motiv und Kamera ist eine weiter mögliche Ursache von unschönen Resultate.

Jedes Objektiv besitzt eine sogenannte Naheinstellungsgrenze, die in der Regel in Millimetern angegeben wird. Diese Grenze definiert den benötigten Mindestabstand zwischen Objekt und Kamera, um scharfe Fotos zu ermöglichen. Und ja, diesen Abstand muss eingehalten werden.

Wer Pflanzen, Insekten oder sonstige kleine Gegenstände von Nahem aufnehmen will, sollte unbedingt sogenannte Makro-Objektive in Betracht ziehen. Diese haben eine sehr geringe Naheinstellgrenze, welche Makro-Aufnahmen problemlos erstellen.


12. Scharfe Unschärfe oder unscharfe Schärfe?

Seit einigen Zeilen spreche ich über “die Schärfe” resp. “die Unschärfe” eines Bildes – ohne die verwendeten Begrifflichkeiten genauer definiert zu haben. Asche über mein Haupt.

Aber dies zu definieren, ist gar nicht mal so einfach. Es hängt nämlich sehr von der subjektiven Wahrnehmung ab. Und ein bisschen auch vom Verwendungszweck eines Bildes.

Ok, ein total verschwommenes Bild ist schlichtweg unscharf und in der Regel unbrauchbar. Das will ich gar nicht abstreiten.

Doch es gibt auch Fälle, in denen ein Bild ein wenig unscharf ist, aber dies kaum bemerkbar ist. Weil erstens, das wesentliche Motiv auf dem Bild noch klar zu erkennen ist und es nur mässig wichtig ist, ob die Bilddetails gestochen scharf erscheinen. Und weil zweitens die Verwendung des Bildes ein gestochen scharfe Auflösung gar nicht erst benötigt. Konkret: Ein Foto für ein kleines Webseite-Bild müssen andere Voraussetzungen erfüllen als für eine grosse Leinwand.

Des Weiteren können unscharfe Bereiche eines Bildes ein tolles Ergebnis zum Gesamtwerk erzeugen. Da erzeugen Schärfe und Unschärfe ein interessantes Zusammenspiel, die durchaus ihre Ästhetik hat. Da denke ich an die bekannten Langzeitbelichtungen mit bewegenden Motive (z.B. vorbeifahrende Autos auf einer Strasse).

Und ja, auch ganz unscharfe Bilder können – meist für einen künstlicheren Zweck – ansprechende Resultate geben. Jetzt mal unabhängig davon, ob man das Resultat schon beim Abdrücken des Auslöseknopf erreichen wollte.


13. Eine zu schlechte Auflösung des Objektivs

Insbesondere bei älteren Modellen von Kameras und Objekte kann auch die Auflösung ein Grund für unscharfe Fotos sein. Oder aber wenn man ein Objektiv verwendet, welches für das entsprechende neuere Kameramodell nicht hoch genug auflösen.

Grundsätzlich: Eine Kamera mit einer grossen Anzahl Megapixel (die Canon EOS 5DS hat zum Beispiel über 50 Megapixel!!) benötigt gleichzeitig ein extrem hoch auflösendes Objektiv. Sprich: Verwendest Du bei dieser Kamera ein Objektiv, welches nur 30 MP auflösen kann, so wird die Bildauflösung auch “nur” 30 MP sein – trotz deinem teuren Kamera-Body.

Daher mein Tipp: Kontrolliere ob Dein Objektiv den Anforderungen der neuen, modernen Kameras entspricht – das Maximum an Schärfe und die volle Auflösung der Kameras wird man nämlich nur mit den entsprechenden Linsen erreichen. Vor dem Kauf von neuen Kameras und Objektiven ist ein sorgfältiger Vergleich daher sehr wichtig!


14. Die Kamera hat eine Macke

Eine beliebte und sehr einfache Ausrede für den Misserfolg lautet nicht selten: “Mit dieser Kamera kann man einfach keine scharfe Fotos schiessen.” Naja, der Technik die Schuld zuweisen, finde ich etwas gar einfach – und dennoch kann es passieren.

Trotz allen perfekten Einstellungen, trotz Berücksichtigung der möglichen Fehlerquellen, trotz Einhaltung der erwähnten Tipps und Tricks – die Bilder werden alle unscharf. Dann, in diesem seltenen Fall, kann es durchaus sein, dass die Technik versagt. Und dass die Ausrede doch zur richtigen Erklärung wird.

In diesem Fall musst Du in ein Fotofachgeschäft gehen oder die Kamera dem Hersteller einschicken. Vielleicht muss der Autofokus neu kalibriert werden? Vielleicht liegt es “nur” am verwendeten Objektiv? Vielleicht gibt es einen anderen technischen Defekt am Sensor? Der Spezialist muss in diesem Fall ausgiebige Ursachenforschung betreiben. Und ich hoffe für Dich, dass Du für diesen Fall noch eine Garantie hast….


15. Die Unschärfe durch (fehlende) Nachbearbeitung

Du fotografierst in der Rohform, zum Beispiel im RAW-Format? Dann kann es vorkommen, dass die Bilder trotz den perfekten Einstellungen und technischen Voraussetzungen….unscharf werden. Wie, was, warum, wieso??

Ein JPEG-Bild wird bereits beim Erstellen in der Kamera automatisch verbessert und fixfertig auf das Silbertablett serviert.

Bei einer RAW-Datei ist das ganz anders! Ein RAW-Bild ist was früher in der analogen Fotografie das Negativ war. Ok, das ist jetzt ein bisschen überspitzt formuliert, aber: Du musst eine RAW-Datei nachbearbeiten, auch wenn nur leicht. In der RAW-Datei sind nämlich Bildinformationen gespeichert, die man ausarbeiten muss, um das ganze Potential eines Bilder ausschöpfen zu können. Und ja, das Nachschärfen ist hier eminent wichtig. Ansonsten kann es vorkommen, dass das Bild unscharf wird.

Hier möchte ich dennoch noch ein grosses ABER nachlegen: Völlig unscharfe Bilder wirst Du auch bei bester Nachbearbeitung scharf bringen. Vergiss es einfach, komm drüber hinweg und mache es bei der nächsten Aufnahme einfach besser.


Das persönliche Fazit

Unscharfe Fotos können durchaus unterschiedliche Gründe haben. Das habe ich nun belegt.

Manchmal sind falsche Einstellungen (Fokus, Belichtungszeit, Blendeöffnung), manchmal die Gegebenheiten (aus der Hand, auf einem Stativ, die Nähe zum Objekt), manchmal der technische Mangel (Kamera oder Objektiv defekt, zu geringe Auflösung) an allem Schuld. Das zur Ursachenforschung.

Für den Fotografen ist es aber wichtig, diese mögliche Gründe zu kennen, und wissen worauf man wie Einfluss nehmen kann.

Und ja, es sind sehr viele Sachen, an die man beim Fotografieren denken muss. Der Mensch ist vergesslich und unperfekt, es ist beinahe unmöglich immer an alles zu denken. Aber wie immer in der Fotografie: Üben, üben, üben. Und aus den Fehlern lernen, um diese beim nächsten Mal nicht mehr zu machen. So wird man zum Meister, und nicht anders.

Was ich euch noch auf dem Weg mitgeben will: Ja, unscharfe Fotos kann man nicht mehr scharf machen, unbestritten. Aber nicht alle unscharfe Fotos sind automatisch hässlich und nicht mehr zu gebrauchen. Vielleicht war der falsche Fokus genau der richtige Touch, um eine Situation einmal anders zu beleuchten? Vielleicht ist die verschwommene Skyline künstlerisch betrachtet durchaus so interessant, wie eine gestochen scharfe Nachtsicht? Auch bei Misserfolg (in diesem Fall unscharfe Bilder) sollte man versuchen, das Positive mitzunehmen.

Ich freue mich auf eure Kommentare zum Thema – welche Tipps habe ich vergessen zu erwähnen? Welche fehlerhaften Einstellungen passieren Dir regelmässig?

 

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