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Harder Kulm – Waldspaziergang zum Hardergrat

Raus aus dem Nebel, ab an die Sonne: Die Wanderung vom Harder Kulm auf das Hardergrat bietet die ideale Flucht vor einem tristen Novembertag im Flachland. Ein Bericht zu einem Waldspaziergang oberhalb Interlaken mit bester Aussicht auf Eiger, Mönch und Jungfrau.

Zusammenfassung Harder Kulm – Wannichnubel – Roteflue

Wanderung: Harder Kulm – Wannichnubel – Roteflue – Harder Kulm

Distanz: ca. 7.5 km

Dauer: ca. 3 Stunden (ohne grösseren Pausen)

Höhenprofil: 570 m Auf- & Abstieg

Anreise: Zug nach Interlaken Ost, Harder Kulm Bahn (Standseilbahn)

 

 

 

Restaurant Harder Kulm

Harder Kulm Restaurant mit Aussicht über Interlaken, Thunersee & Brienzersee

Ich gebe es zu: Ich verspüre zurzeit einen sogenannten HomeOffice Koller. Ich will raus, an die frische Luft, etwas Aussicht geniessen, ein bisschen spazieren und sich die Beine vertreten – aber dennoch keine anstrengende Wanderung vornehmen.

Aus diesem Grund habe ich mich für das Ausflugsziel mit einem kleinen Waldspaziergang entschieden.

Startpunkt des heutigen Tages ist der Harder Kulm, der Hausberg von Interlaken, auf 1322 Meter über Meer – und somit ziemlich sicher über dem allfälligen Herbstnebel. Auf dem „Top of Interlaken“, wie es die Marketingleute auch nennen.

Mit der Standseilbahn kommt man in weniger als 10 Minuten von der Talstation auf den Berg. Zu Fuss hätte man für den Aufstieg rund 2 Stunden, für 740 Höhenmetern auf einer Distanz von 3 Kilometern. Vielleicht ein anderes Mal für mich.

Auf dem Harder Kulm ist man rund 800 Meter über der Stadt Interlaken, mit bester Aussicht auf den Thunersee und Brienzersee, sowie auf die umliegenden Bergen der Jungfrau Region mit Eiger, Mönch und Jungfrau. 

Spätestens auf der Aussichtsplattform vom Restaurant Harder Kulm kann man zu Recht das bekannte Lied „z Bärner Oberland isch schön“ summen…das Panorama von hier aus ist immer wieder atemberaubend. Kein Wunder zählt der Harder Kulm zu den beliebtesten Tourismusdestinationen rund um Interlaken. 

Corona sei Dank, ist der Aufmarsch der ausländischen Gäste aber momentan überschaubar.

Aussicht über Interlaken vom Hausberg Harder Kulm
Waldspaziergang oberhalb Restaurant Harder Kulm

Wandern vom Harder Kulm zum Wannichnubel: Der Gipfel über die Baumspitzen

Doch wie bereits angetönt, ich bin heute hierher gekommen um mir ein wenig die Beine zu vertreten. Also geht es los, ab auf den Wanderweg von Harder Kulm in Richtung Hardergrat. 

Rasch stelle ich fest, dass ich heute mehrheitlich durch den Wald spazieren werde. Der weiss-rot-weiss Wanderweg beginnt gleich hinter dem Restaurant Harder Kulm mit einer netten kleinen Steigung, die jedoch mit der Zeit stets abnimmt. Der Weg führt mehrheitlich über Baumwurzeln, welche den Aufstieg schon fast treppenhaft und somit sehr angenehm gestaltet.

Ein kleine Höhenwanderung, der als Waldspaziergang getarnt ist – das gefällt mir.

Mein erstes Tagesziel ist der kleine Berggipfel Wannichnubel, auf 1585 Meter über Meer. Der Abstecher auf den Gipfel führt mich knapp über die Baumgrenze. Man wird hier mit einer sehr netten Aussicht auf den Thunersee belohnt, mit freier Sicht auf die unverkennbaren Gipfeln wie der Niesen oder das Niederhorn. Einziger Wehrmutstropfen ist, dass das Gipfelbuch bereits vollgeschrieben ist…

Wannichnubel Gipfel über der Baumgrenze

Spaziergang zum Hardergrat

Nach diesem herrlichen Ausblick vom „Wanniknubel“ (die schriftdeutsche Schreibung dieses Name gefällt mir ehrlich gesagt weniger gut), geht es zurück in den Wald. Wir folgen die Wanderwegschilder in Richtung Hardergrat, Augstmatthorn, Habkern. Die Temperaturen wechseln ständig ab; an der Sonne ist es richtig angenehm warm, doch im Wald wird es rasch ziemlich frisch.

Unterwegs kann man wieder einen Blick auf das wundervolle Panorama erhaschen – und die Bäumen liefern dabei einen netten Bilderrahmen dazu. Der Ausblick gefällt mir sehr gut, insbesondere mit diesem milchigen Schleier, der typisch für diese herbstliche Jahreszeit ist. 

Richtung Norden erkennt man von weitem das Gemmenalphorn und Niederhorn – und weckt in mir schöne Erinnerungen. 

 

Aussicht auf den Thunersee von Wannik
Wald zum Hardergrat
Aufstieg Hardergrat
Rotflue auf dem Hardergrat Höhenweg
Outdoor Raclette statt grosse Wanderung
Waldrahmen für Bergpanorama

Raclette statt Augstmatthorn

Kurz nach Rotflue, ein riesiger Felsvorsprung auf dem Hardergrat, entscheiden wir uns die Mittagspause einzuläuten. Von hier aus hätten wir noch etwa zweieinhalb Stunden bis zum Augstmatthorn. Dieser Gipfel auf 2136 Meter ü.M., mit seiner traumhaften Aussicht, ist insbesondere dank Instagram in den letzten Monaten weltweit bekannt geworden.

Der Hype rund um das Augstmatthorn hat leider auch seine Schattenseiten, wie z.B. das illegale Wildcampieren im Jagdbanngebiet und/oder die nervigen Drohnenflüge in der eigentlich ruhigen Naturlandschaft. Mit der Zunahme der Tagesausflügler haben sich die Gämse und Steinböcke leider in abschüssigeres Gelände zurückgezogen, was eine Wildbeobachtung in der Region deutlich erschwert. 

Item, dies als kleine Klammerbemerkung – auf jeden Fall sparen wir uns die Wanderung zum Augstmatthorn für ein anderes Mal auf, und gönnen uns heute ein leckeres Outdoor Raclette, mit einem Gläschen Weisswein. Mit einem vollgeschlagenem Bauch voll Käse, lässt es sich einetwegen leichter hinunter zum Harder Kulm laufen…oder so.

Am Harder Kulm zurück gekehrt, können wir eine wunderbare abendliche Stimmung  über den Thunersee bestaunen, ehe wir mit der letzten Bahn zurück nach Interlaken fahren. 

Insgesamt war es ein schöner Tag, der mir mein HomeOffice Koller etwas besänftigen konnte.

Thunersee Sonnenuntergang
HarderKulm Aussicht am Abend

Informationen zur Harder Kulm Bahn

Betriebsdaten 2020:

Noch bis am 29.11.2020: 10.10 bis 16.55 Uhr (täglich, auch sonntags).

Aufgrund der aktuellen Corona-Situation, werden keine Abendfahrten angeboten.

 

Preise:

Erwachsene (1/1), Retour: CHF 26.- 

Erwachsene (1/2), Retour: CHF 13.-

 

Informationen ohne Gewähr. Weitere Infos findest Du auf jungfrau.ch/harder-kulm/

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