Unscharfe Aussicht aus Paris Arc de Triomphe

Unscharfe Fotos: 15 Tipps gegen verschwommene Bilder

Verschwommene Bilder sind in der Regel nicht erwünscht. Auf die Frage, warum die Bilder unscharf werden, gibt es verschiedene Antworten. In diesem Artikel stelle ich Dir 15 Gründe vor und gebe Tipps, wie man unscharfe Fotos verhindern kann.

15 Gründe für unscharfe Fotos – Zusammenfassung

  1. Fokus ist falsch eingestellt
  2. Belichtungszeit ist zu gross
  3. Die Kamera bewegt sich (bleib doch mal ruhig!)
  4. Das Motiv bewegt sich
  5. Die (zu) offene Blende
  6. Die (zu) geschlossene Blende
  7. Unstabiler Untergrund (wie wäre es mit einem Stativ?)
  8. Der Auslöser verwackelt alles
  9. Fehlender Bildstabilisator in der Kamera
  10. Stativ + Bildstabilisator = zu viel des Guten
  11. Das Motiv ist zu nahe
  12. Scharfe Unschärfe oder unscharfe Schärfe?
  13. Die (zu) schlechte Auflösung des Objektivs
  14. Die Kamera hat eine Macke
  15. Unschärfe durch (fehlende) Nachbearbeitung

 

Verschwommene Bilder – Gründe und Tipps dagegen

Kürzlich habe ich meinen neuen Jahreskalender erhalten. Voller Vorfreude habe ich den ausgepackt, und ehrlich gesagt, ich war zum Teil enttäuscht.

Die Bildauswahl gefällt mir immer noch, das jeweilige Motiv passt zum entsprechenden Monat.

Die Druckqualität stimmt auch.

Aber gewisse Bilder sind einfach verschwommen. Nicht mega schlimm unscharf; wenn man den Kalender von einer gewissen Entfernung betrachtet, bemerkt man dies praktisch nicht.

Doch bei genauerem Betrachten fällt die Unschärfe einem geschulten Auge auf. Das nervt mich ein wenig. Und aus diesem gegebenem Anlass mache ich mich auf die Suche nach den Ursachen.

Die Erkenntnisse und Tipps um dies zukünftig zu verhindern möchte ich euch nicht vorenthalten. Und so entstand dieser Artikel.

 

unscharfe-fotos falscher fokus

1. Der Fokus ist falsch eingestellt

Typische Ursache für unscharfe Fotos ist häufig der Fokus, der auf etwas anderes gerichtet wurde, als eigentlich geplant. Klingt einfach, ist es auch.

Nicht selten nutzt man aus Faulheit den Autofokus der Kamera. Ist ja auch ganz praktisch: Die Kamera entscheidet selbstständig, welches Motiv auf dem Bild die Hauptrolle einnehmen soll und wird entsprechend scharf gestellt. Macht ja häufig auch Sinn.

Jetzt kommt aber das ABER: Die Fotokamera ersetzt nicht den Blick und das Gehirn des Fotografen. Vielleicht wollte ich ja etwas ganz anderes in den Mittelpunkt des Bildes stellen. Vielleicht wollte ich nur einen bestimmten Teil in den Fokus stellen. Und das kann die Kamera gar nicht wissen.

Das führt dann dazu, dass Unwichtiges plötzlich scharf ist, aber das wesentliche Motiv ganz verschwommen da steht. Hashtag #schonoblöd.

Daher: Kontrolliere selber den Fokus & stelle Dir entsprechend ein.

Bei den meisten Kameras gibt es in den Einstellungen die Möglichkeit die Grösse des Fokusbereichs festzulegen, Mehrfeld gegen Einzelpunkt, automatische Gesichtserkennung und sonstige Spielereien. Und wer absolute Kontrolle haben will, kann sich mit der manuellen Fokussierung befassen – mit viel Geduld und noch mehr Übung.

 

 

2. Die Belichtungszeit ist zu gross

Die liebe Belichtungszeit. Auch häufig Verschlusszeit genannt. Wie es der Namen sagt, bestimmt diese Zahl die entsprechende Zeitspanne, wie lange Licht auf den Film resp. auf den Sensor der Kamera scheinen soll.

Bei 1/4000 Sekunde lässt man nur ganz kurz Licht in die Kamera rein, und schnelle Bewegungen können scharf eingefangen werden. Bei einer Belichtungszeit von mehreren Sekunden dagegen, lässt man eine gefühlte Ewigkeit Licht in die Kamera rein – um auch in grösster Dunkelheit richtig helle Bilder schiessen zu können.

Je mehr Zeit man verstreichen lässt, umso verschwommener werden die aufgenommenen Bewegungen – sei es auf dem Bilder selber (z.B. ein vorbeifahrendes Auto, ein rennender Mensch, etc.), oder durch Bewegung der Kamera. Das nennt man Bewegungsunschärfe.

Wer lieber scharfe Motive auf den Bilder haben möchte, dem empfehle ich folgende Faustregel:

Scharfe Bilder aus der Hand, also ohne Stativ und ohne Bildstabiliisator: Belichtungszeit = Kehrwert der Brennweite. (z.B. bei einer 50 mm Brennweite, dann mind. 1/50 Sekunde)

Dank allfälligem Bildstabilisator, hat man 2-3 Blendenstufen Puffer. Die Faustregel lautet dann eher:

Scharfe Bilder aus der Hand, also ohne Stativ, aber mit Bildstabilisator: Belichtungszeit = Kehrwert der Brennweite * 1/2 * 1/2 (z.B. bei einer 50 mm Brennweite: 1/50 * 0,5 * 0,5 = ca. 1/10 Sek.)

 

 

3. Die Kamera bewegst sich (bleib doch mal ruhig!)

Auf Reisen, auf Entdeckung, beim Spazieren. Während der Suche nach dem besten Foto ist man selber in Bewegung.

Hat man ein ideales Fotomotiv gefunden, sollte man stehen bleiben und die Einstellungen in Ruhe vornehmen.

Doch selbst da, ist man immer noch minim in Bewegung. Der Mensch ist schliesslich kein Stativ: Zitternde Hände (vor allem jetzt im Winter!), der atmende Körper, schwere Beine oder Arme. Das sind alles mögliche Faktoren für unscharfe Bilder. Insbesondere bei schwacher Belichtung, welche höhere Verschlusszeiten fordern.

Versuche deshalb deinen Körper als Stütze zu verwenden: Drücke deine Arme – insbesondere die Ellenbogen – an den Oberkörper. Brustkasten rausdrücken, geraden und steifen Rücken machen- auch das hilft. Und natürlich vor dem Auslösen zuerst die Luft anhalten.

Ja, das alles kann verhindern, dass Dein Körper schwankt, zittert, in Bewegung ist.

Wenn es mit der Verschlusszeit knapp wird, und die ersten Fotoversuche trotz aller Bemühungen unscharf werden…..dann schau Dir nach einer Möglichkeit um, wo Du die Kamera aufstellen kannst. Oder verwende ein Stativ (weitere Informationen dazu ab Punkt 7).

 

unscharfe-fotos-paris

 

4. Das Motiv bewegt sich

Wenn das Motiv selber in Bewegung ist, dann nützt die beste Körperbeherrschung nichts. Dann wird deine innere und äussere Ruhe ziemlich unnützlich.

Eine richtige Belichtungszeit für bewegende Motive ist deutlich komplizierter zu ermitteln. Eine Faustregel für talentierte Kopfrechner lautet: Belichtungszeit = Geschwindigkeit von Objekt + Bewegungsrichtung + Abstand.

Mathematik ist aber nicht so mein Ding. Und daher habe ich mir folgende Annäherungswerte gemerkt:

Menschen in natürlicher Bewegung =  ca. 1/40 Sekunde

Menschen am spazieren = ca. 1/100 Sekunde

Menschen am rennen = ca. 1/250 Sekunde

Menschen auf dem Fahrrad = ca. 1/500 Sekunde

 

Natürlich hängen diese Werte von weiteren Faktoren ab, wie Lichtverhältnisse, körperliche Ruhe, Kameratyp, vorhandener Bildstabilisator und so weiter. Sicher gilt aber der Grundsatz: Je schneller ein Motiv sich bewegt, umso kürzer sollte die Belichtungszeit sein.

 

 

5. Die (zu) offene Blende

Nun möchte ich über ein Phänomen sprechen, welches besonders in der Portraitfotografie zum Problem werden kann: Die Unschärfe durch eine zu weit geöffnete Blende.

Ein wahrer Klassiker, der mir schon einige Kopfschmerzen zubereitet hat.

Eine offene Blende ist grundsätzlich toll, um das Motiv scharf zu stellen und vor seinem Hintergrund abzuheben. Der sogenannte Bookeh-Effekt.

Insbesondere bei lichtstarken Objektiven, meist Festbrennweiten, ist dies machbar.

Nun angenommen, Du fokussierst auf die Augen deines Models. Bei möglichst offener Blende, gewisser Nähe und eingeschaltetem Autofokus kann es aber vorkommen, dass dabei nur ein Auge scharf wird – und der Rest des Gesichts unscharf.

Oder aber der Fokus verschiebt sich auf die Nase; und dann sieht wirklich alles drum herum unscharf aus. Na toll.

Wie geht man dagegen vor?

Darauf achten, dass der Fokusbereich nicht zu klein ist. Darauf achten, dass die Blende nicht zu offen ist. Und gleich nach der Fotoaufnahme genau überprüfen, ob das Resultat wirklich den Vorstelllungen entspricht.

 


Weitere Artikel passend zum Thema:


 

6. Die (zu) geschlossene Blende

Wie kurz angetönt, ist eine Abhebung des Vordergrundes gegenüber dem Hintergrund (Bookeh-Effekt) grundsätzlich eine tolle Sache. Dies wird mit einem Öffnen der Blende erreicht.

Doch bei manchen Motiven, zum Beispiel in der Landschaftsfotografie, möchte man lieber dass das ganze Bild scharf wird – man möchte eine möglichst grosse Schärfentiefe, resp. Tiefenschärfe hinbekommen.

Und auch dies wird über die Blendeneinstellung gesteuert: Eine kleine Blendenöffnung (hohe Blendenzahl), ergibt viel Schärfentiefe. Dazu den Fokusbereich möglichst gross gestalten, und gut ist.

Aber Achtung: Nicht alle Objektiv sind dafür geeignet.

Es kann durchaus vorkommen, dass Objektive nur in einem bestimmen Blendebereich gestochen scharfe Resultate erzielen – zum Beispiel zwischen f/5 und f/10. Alles darunter, sprich f/10 oder noch weniger, führt wieder zu Unschärfe. (Meistens nicht allzu schlimm, aber eben, nicht gestochen scharf.)

Die Lösung dafür? Übung und Erfahrung macht den Meister. Teste Deine Objekte, sammle Erfahrungen welche Einstellungen zur besten Schärfe auf der ganzen Aufnahme führt.

 

7. Unstabiler Untergrund – wie wäre es mit einem Stativ?

Es kann vorkommen, dass egal wie fest Mühe Du Dir gibst, die Fotoaufnahme aus der Hand einfach nicht scharf wird. Insbesondere wenn die Lichtverhältnisse ungünstig sind.

Sprich: Sobald Du eine Aufnahme länger als die Faustregel „Belichtungszeit = Kehrwert der Brennweite“ vornehmen möchtest. Eine sogenannte Langzeitbelichtung.

Wer mag schon nicht weichgezeichnete Wasserverläufe oder schöne Skylines einer Stadt bei Dämmerung?

Da bräuchte man etwas ruhigeres, eine stabile Unterlage. Wie zum Beispiel ein Stativ.

Ich persönlich besitze ein sogenanntes Reisestativ. Es ist leicht, man kann es zuklappen damit es in meinen Rucksack passt, und ist doch genügend stabil um den meisten Windverhältnissen Stand zu halten.

Wer kein Stativ besitzt, oder diesen wiedermal zu Hause liegen gelassen hat, der muss dann halt mit einem sonstigen stabilen Untergrund arbeiten und die Kamera drauf legen.

Dies hat dann den grossen Nachteil, dass man die Kamera meist nicht so hingerichtet hinkriegt, wie man es sich eigentlich wünschen würde….

 

8. Der Auslöser verwackelt alles

Trotz Verwendung einer stabilen Unterlage kann es vorkommen, dass die Bilder verschwommen werden. Wieso? Wegen dem Auslösen!

Wenn man die Kamera auf ein Stativ stellt und mit dem Finger den Auslöser betätigt, bewegt man ungewollt auch die Kamera – ganz egal wie vorsichtig man vorgeht. Leichte Schwingungen werden auf die Kamera weitergeleitet, und diese können unscharfe Bilder verursachen.

Die Lösung zu diesem Problem:

Mit einem Selbstauslöser, der das Bild erst einige Sekunden nachdem man den Auslöser gedrückt hat aufnimmt. Diese Funktion bieten mittlerweile die meisten Kameras an.

Oder aber mit einem sogenannten Fernauslöser, sei es über Funk oder mittels Kabel-Fernauslöser.

 

 

9. Fehlender Bildstabilisator

Der Bildstabilisator. Eine Funktion, die mittlerweile bei den meisten Kameras und/oder Objektive vorhanden ist.

Durch den Bildstabilisator werden kleine Bildschwankungen und Bewegungen durch einen Algoritmus automatisch ausgeglichen. Das Motiv wird trotz kleinster Verwackelung scharf dargestellt.

Diesen Bildstabilisator kann man meistens händisch ein- oder ausschalten.

Je nach Modell deiner Kamera resp. deiner Objektive trägt der Bildstabilisator einen anderen Namen. Bei Canon und Olympus nennt man diese Funktion I.S. (Image Stabilisation), bei Fujifilm und Panasonic O.I.S. (Optical Image Stabilisation), bei Nikon V.R. (Vibration Reduction), bei Sony dann aber  Optical SteadyShot….

Grundsätzlich ist es vorteilhaft, wenn der Bildstabilisator für Aufnahmen-aus-der-Hand eingeschaltet ist. Doch bei Stativ-Aufnahmen…..

 

 

10. Stativ + Bildstabilisator = zu viel des Guten

…kann der Bildstabilisator auch zu viel des Guten sein. Dank dem Stativ ist die Kamera nämlich bereits ruhig.

Auf einem Stativ kann es nämlich vorkommen, dass bei eingeschaltetem Bildstabilisator das Bild unscharf wird. Tönt unlogisch, ist aber so.

Warum? Weil dieser Bildstabilisator auch in höchst ruhiger Lage seine Arbeit verrichtet – er gleicht mögliche, in diesem Fall nicht vorhandene Bewegungen trotzdem aus. Dies führt dann zu einem nicht gewünschten verschwommenen Resultat. Nicht so toll.

Daher hier die Grundregel:

Aus der Hand = Bildstabilisator ein; Auf dem Stativ = Bildstabilisator aus

 

 

11. Das Motiv ist zu nahe

Der Mindestabstand zwischen Motiv und Kamera ist eine weitere mögliche Ursache von unschönen Resultate. Dies ist sogar ein Klassiker, ja schon fast ein Anfängerfehler.

Jedes Objektiv besitzt eine sogenannte Naheinstellungsgrenze, die in der Regel in Millimetern angegeben wird.

Diese Grenze definiert den benötigten Mindestabstand zwischen Objekt und Kamera, um scharfe Fotos zu ermöglichen. Und ja, diesen Abstand muss eingehalten werden.

Wer Pflanzen, Insekten oder sonstige kleine Gegenstände von Nahem aufnehmen will, sollte unbedingt sogenannte Makro-Objektive in Betracht ziehen. Diese haben eine sehr geringe Naheinstellgrenze, welche Makro-Aufnahmen problemlos erstellen.

Ansonsten gilt: Ein Schritt zurück machen um ein scharfes Resultat zu haben.

 

12. Scharfe Unschärfe oder unscharfe Schärfe?

Seit einigen Zeilen spreche ich über „die Schärfe“ resp. „die Unschärfe“ eines Bildes – ohne die verwendeten Begrifflichkeiten genauer definiert zu haben. Asche über mein Haupt.

Aber dies zu definieren, ist im Fall gar nicht mal so einfach.

Es hängt nämlich sehr von der subjektiven Wahrnehmung ab. Und ein bisschen auch vom Verwendungszweck eines Bildes.

Ok, wir können uns einig sein, dass ein total verschwommenes Bild schlichtweg unscharf ist – und in der Regel unbrauchbar. Das will ich hier gar nicht abstreiten.

Doch es gibt auch Fälle, in denen ein Bild ein wenig unscharf ist, aber dies kaum bemerkbar ist. Weil erstens, das wesentliche Motiv auf dem Bild noch klar zu erkennen ist und es nur mässig wichtig ist, ob die Bilddetails gestochen scharf erscheinen. Und weil zweitens die Verwendung des Bildes ein gestochen scharfe Auflösung gar nicht erst benötigt. Hä?

Konkret: Ein Foto für ein kleines Webseite-Bild müssen andere Voraussetzungen erfüllen als für eine grosse Leinwand.

Des Weiteren können unscharfe Bereiche eines Bildes ein tolles Ergebnis zum Gesamtwerk erzeugen.

Schärfe und Unschärfe erzeugen durchaus ein interessantes Zusammenspiel, die ihre Ästhetik hat. Da denke ich an die bekannten Langzeitbelichtungen mit bewegenden Motive (z.B. vorbeifahrende Autos auf einer Strasse).

Somit gilt: Auch ganz unscharfe Bilder können – meist für einen künstlicheren Zweck – ansprechende Resultate geben.

Jetzt mal unabhängig davon, ob man das Resultat schon beim Abdrücken des Auslöseknopf erreichen wollte.

 

13. Die (zu) schlechte Auflösung des Objektivs

Insbesondere bei älteren Modellen von Kameras und Objekte kann auch die Auflösung ein Grund für unscharfe Fotos sein.

Oder aber wenn man ein Objektiv verwendet, welches für das entsprechende neuere Kameramodell nicht hoch genug auflösen.

Grundsätzlich: Eine Kamera mit einer grossen Anzahl Megapixel (die Canon EOS 5DS hat zum Beispiel über 50 Megapixel!!) benötigt gleichzeitig ein extrem hoch auflösendes Objektiv.

Anders forumliert: Verwendest Du bei dieser Kamera ein Objektiv, welches nur 30 MP auflösen kann, so wird die Bildauflösung auch „nur“ 30 MP sein – trotz deinem teuren Kamera-Body mit 50 MP.

Mein Tipp: Kontrolliere ob Dein Objektiv den Anforderungen der neuen, modernen Kameras entspricht – das Maximum an Schärfe und die volle Auflösung der Kameras wird man nämlich nur mit den entsprechenden Linsen erreichen. Vor dem Kauf von neuen Kameras und Objektiven ist ein sorgfältiger Vergleich daher sehr wichtig!

 

 

14. Die Kamera hat eine Macke

Die Lieblingsausrede der Fotografen: Die Technik ist schuld. „Mit dieser Kamera kann man einfach keine scharfe Fotos schiessen“ oder aber „Dieses doofe Objektiv verunmöglicht mir meine Arbeit“.

Klingt billig, aber kann durchaus wahr sein.

In diesem Fall musst Du in ein Fotofachgeschäft gehen oder die Kamera dem Hersteller zukommen lassen.

Muss vielleicht der Autofokus neu kalibriert werden? Liegt es vielleicht an den verwendeten Objektive? Gibt es einen technischen Defekt am Sensor? Lass die Experten an deine Kamera, und vielleicht gelingt dir dann wieder scharfe Fotos.

 

 

 

15. Unschärfe durch (fehlende) Nachbearbeitung

Mein letzter Punkt widmet sich weniger um die Aufnahme der Fotos, als um die Nachbearbeitung der Bilder.

Viele Fotografen fotografieren in Rohform, zum Beispiel im RAW-Format, um die Bilder später auf dem Computer zu bearbeiten und so zu finalisieren. Macht auch Sinn, denn heutzutage ist Fotografie viel mehr als „nur“ eine Aufnahme des gewählten Motivs an einem bestimmten Zeitpunkt.

Aber bei der Nachbearbeitung kann auch vieles schief gehen. Leider. Trotz perfekten Einstellungen der Kamera, trotz Einhalten der Tipps & Tricks,….wird das Resultat unscharf. Blöd, oder?

Eine RAW-Datei ist was früher in der analogen Fotografie das Negativ war. Ok, das ist jetzt ein bisschen überspitzt formuliert, aber nicht ganz falsch: Ein RAW-Datei muss nachbearbeitet werden, während ein JPEG-Bild fixfertig daher kommt. In der RAW-Datei sind dafür etliche Bildinformationen gespeichert, die man ausarbeiten sollte, um das ganze Potential eines Bildes ausschöpfen zu können. Und ja, da gehört auch das Schärfen der Fotos dazu – ansonsten kann es vorkommen, dass das Bild verschwommen bleibt.

Hier möchte ich jedoch noch ein grosses ABER nachlegen: Völlig verschwommene Bilder wirst Du auch bei bester Nachbearbeitung nicht vollständig schärfen können. In diesem Fall gilt, abhaken. Vergiss es das Bild einfach, komm drüber hinweg und mache es bei der nächsten Aufnahme einfach besser. Deal with it. Und lerne daraus.

 

 

Mein persönliches Fazit

Mein Jahreskalender mit verschwommenen Bildern hat mich aufgeregt – aber auch weitergebracht. Ich habe die Bilder analysiert, und habe mögliche Gründe für die unscharfen Fotos ausgemacht.

Manchmal sind falsche Einstellungen an der Kamera schuldig – Fokus, Belichtungszeit, Blendeöffnung.

Manchmal waren die Gegebenheiten bei der Bildaufnahme nicht ideal – unruhige Hand, fehlerhafte Verwendung des Stativs, die Nähe am Motiv.

Es hätte auch technische Mängel festgestellt werden können, aber meine Kamera und Objektive sind eigentlich nicht defekt und auch deren Auflösung passt.

Doch ich bin vergesslich und nicht perfekt – wie jeder andere Mensch auch. Es ist auch schwierig, immer an alles zu denken, sich an jede Fotoregel zu erinnern und alle Tipps & Tricks am richtigen Zeitpunkt korrekt anzuwenden.

Wie immer in der Fotografie gilt der Grundsatz: Üben, üben, üben. Und aus seinen Fehlern zu lernen, um sie später nicht mehr zu machen. Nur so wird man bessere Fotos schiessen können.

Aber der Trost ist ebenso greifbar: Nicht alle unscharfe Fotos sind automatisch misslungen und hässlich. Auch unscharfe Fotos können ihre Reiz haben, verschwommene Aufnahmen ihren Mehrwert bieten. Vielleicht war der falsche Fokus in dem Moment der richtige Touch, um eine Situation für einmal ganz anders zu beleuchten? Sind die verschwommenen Lichter der Skyline künstlerisch betrachtet doch interessanter als die klassischen, mittlerweile schon langweiligen Nachtaufnahmen einer Stadt?

Auch bei sogenanntem Misserfolg sollte man versuchen, das Positive mitzunehmen. Nur so wird man besser.

 

Und ja: Ich freue mich auf eure Kommentare zum Thema – welche Tipps habe ich vergessen zu erwähnen? Welche fehlerhaften Einstellungen passieren Dir regelmässig? Lasst uns darüber diskutieren.

 

Share on facebook
Share on twitter
Share on pinterest
Share on linkedin
Share on whatsapp
Share on email

Hat Dir der Artikel gefallen?

Alle neuen Beiträge direkt in deiner Mailbox: Tagesausflüge, Reiseberichte oder Tipps & Tricks zur Fotografie.

Jetzt kostenlos anmelden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.