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Landschaftsfotografie
11 Tipps für schöne Landschaftsbilder

Die Natur ist meine Energiequelle: Bei schönen Landschaften kann ich mich erholen und finde Inspiration für meinen Alltag. Doch was macht ein schönes Naturbild aus? Hier findest Du meine 11 Tipps für die Landschaftsfotografie.

Alle elf Tipps zur Landschaftsfotografie im Überblick

  • Kamera, Objektive, Stative; die richtige Ausstattung
  • Blende zu, ISO-Wert runter; die manuellen Einstellungen
  • Bildkomposition; Vordergrund & Hintergrund
  • Der goldene Schnitt & Drittelregel
  • Das natürliche Licht an bester Tageszeit
  • Langzeitbelichtungen
  • Verschiedene Grössen als Kontrast
  • Schwarz-Weiss zur Dramaturgie
  • Nimm Dir Zeit & geniess es
  • Die Führung der Linien
  • Kein richtig oder falsch

 


 

Landschaftsfotografie – die Natur als Inspirationsquelle ablichten

Frische Luft, weite Landschaften, vielfältige Fotosujets: Die Natur ist häufig meine Inspirations- und Energiequelle.

Die Landschaftsfotografie befasst sich mit der belebten und unbelebten Umwelt des Menschen. Damit Bilder von Landschaften ausdrucksstark werden, spielen ganz verschieden Faktoren eine wichtige Rolle: Die Wahl des richtigen Bildausschnittes, die richtige Bildgestaltung, die Wahl der Perspektive oder die Einstellungen an der Kamera können den entscheidenden Unterschied ausmachen, ob Dein Bild am Ende auf den Betrachter ausdrucksvoll wird. Mit den folgenden 11 Tipps möchte ich Dir meine gesammelten Erfahrungen zum Thema Landschaftsbilder auf den Weg mitgeben.

Festbrennweite Objektive

 

Tipp Nr. 1: Kamera, Objektive, Stativ – die richtige Ausstattung für Landschaftsbilder

Die gute Nachricht zuerst: Grundsätzlich braucht man kein teures Equipement, um schöne Landschaftfotos zu schiessen. Auch mit einer Einstiegskamera oder sogar mit einem Smartphone kannst Du tolle Aufnahmen machen. Es spielt auch keine grosse Rolle, ob Du mit einer Spiegelreflexkamera (sogenannte DSLR) oder Systemkamera (DSLM) unterwegs bist. Ich würde jedoch Geräte bevorzugen, mit denen manuelle Einstellungen (Belichtungszeit, Blendeöffnung, ISO-Werte, etc.) gemacht werden können.

Wichtiger ist dann schon eher die Wahl des Objektivs, resp. die Brennweite-Möglichkeit des Geräts. Auf einem Landschaftsfoto will man in der Regel ein möglichst breiter Raum auf das Foto ablichten, daher sind Weitwinkelobjektive die erste Wahl. Bei einer Vollformatkamera (z.B. Canon EOS 5D oder Sony Alpha 7 III) sind Ultraweitwinkel-Objektive mit einer Brennweite von 12 bis 16 mm ideal. Bei Kameras mit einem APS-C Sensor (z.B. Fujifilm X-Pro 2) entspricht das aufgrund des sogenannten Crop-Faktors einer Brennweite von etwa 8 mm bis 11 mm.

Als Zweiobjektiv habe ich meist ein sogenanntes Teleobjektiv oder zumindest ein Standart-Zoom mit dabei. Diese Objektive mit einer deutlich grösserer Brennweite (zwischen 20 bis zu 200 mm) erlauben Motive aufzunehmen, die deutlich weiter entfernt sind.

Wer schöne Landschaftsfotos bei Dämmerungslicht aufnehmen will, der muss unbedingt ein Stativ bei sich haben. Mit diesem Stabilisator können die Aufnahmen solange belichtet werden, wie es auch nötig ist. Für Smartphones und kleine Kompaktkameras empfehle ich die Anschaffung eines sogenannten Gorilla-Tripods: Die sind klein, handlich und leicht. Aber auch für grössere Kameras gibt es mittlerweile leichte und doch stabile Stative, die ideal für den Transport auf Wanderungen sind.

 

Blaue Stunde Verzascatal

 

Tipp Nr. 2: Manuelle Einstellungen: Blende zu, ISO-Wert runter

Grundsätzlich fotografiere ich ausschliesslich mit den manuellen Einstellungsmöglichkeiten meiner Kamera. Das macht für mich den Reiz der Fotografie aus: Selber herausfinden, welche Belichtungszeit, welche Blendeöffnungen, welche ISO-Werte zu entsprechenden Bildaufnahmen führen. Und das gilt insbesondere für Landschaftsbilder.

Landschaftsfotos sind meistens Bilder, die ganz verschiedene Elemente (Himmel, Wolken, Berge, Wasser, Pflanzen, etc.) beinhalten und somit viele unterschiedliche Bildinformationen möglichst vorteilhaft abzubilden sind. Das Ziel ist in der Regel, dass das Foto durchgehend scharf wirkt, sowohl der Vorder- wie auch der Hintergrund.

Diese Bildschärfe wird – unter anderem – stark von der Blendeöffnung beeinflusst. Und dafür gilt die Regel: Je mehr man die Blende schliesst, also je kleiner die Blendeöffnung ist, umso grösser wird die sogenannte Schärfentiefe. Daher ist es von Vorteil bei Landschaftsaufnahmen die Blende beispielsweise auf f/11 oder f/16 einzustellen. Doch Vorsicht vor zu kleiner Blendeöffnung (z.B. f/22), die dann zu sogenannter Beugungsunschärfe führen kann.

Ebenso wünscht man sich bei einer Naturaufnahme normalerweise kein Rauschen auf den Fotos, welches besonders bei Dämmerung oder gar Dunkelheit auf den Bildern auftreten könnte. Um diese Gefahr zu minimieren, sollte der sogenannte ISO-Wert so hoch als nötig und so tief wie möglich gehalten werden (ca. ISO 100 oder 200). Bei Nachtaufnahmen mit Sternenhimmel muss der ISO-Wert jedoch wieder im vierstelligen Bereich raufgeschraubt werden, damit die Sternen gewünscht punktförmig dargestellt werden.

 

Tipp Nr. 3: Bildkomposition: Vordergrund & Hintergrund für tiefe Landschaftsfotos

Die Bildgestaltung, und insbesondere die Anordnung der einzelnen Elementen eines Bildes, ist das Kernstück jeder Fotografie.

In der Landschaftsfotografie wirken die Naturbilder insbesondere dann imposant, wenn das Foto dem Betrachter eine weite Räumlichkeit vermittelt. Ein Einblick in ein weites Tal, ein Ausblick in die Ferne über viele Berggipfel, endlos scheinende Landschaften – das wirkt imposant. Doch auf einem zweidimensionalen Bild ist die Darstellung dieser Räumlichkeit leichter gesagt als getan.

Ein einfaches Stilmittel um diese Räumlichkeit auch auf 2D-Bilder darzustellen: Die verschiedenen Ebenen.

Das Sprichwort „Vordergrund macht Bild gesund“ ist bei der Landschaftsaufnahme so wahr, wie bei keinem anderen Fotografiestil.

Dank Vordergrund, Mittelgrund und Hintergrund fliessen verschiedene räumliche Dimensionen in das Bild ein. Das Naturfoto erhält so eine räumliche Tiefe, der Betrachter des Fotos spürt dank dem Grössenverhältnis zwischen dem Vorder- und Hintergrund förmlich den Raum und die Weite der Landschaft.

Suche für den Vordergrund einfache Sachen wie Steine, Felsvorsprung, Pflanzen, Gegenstände – das wirkt schon kleine Wunder.

 

Landschaftsfotos Niederhorn

 

Tipp Nr. 4: Der goldene Schnitt & Drittelregel – auch in der Landschaftsfotografie

Nebst der räumlichen Anordnung der einzelnen Elemente aus den klassischen Regeln der Bildgestaltung, gibt auch der sogenante goldene Schnitt eine einfache Möglichkeit etwas Spannung in das Landschaftsfoto zu bringen.

Es ist erwiesen, dass ein Betrachter ein Foto mit Bildunterteilung in Dritteln als angenehm empfindet. Und so kannst Du mit der sogenannten Drittelregel ganz einfach den Blick des Bildbetrachters gezielt auf gewisse Punkte lenken.

Für den goldenen Schnitt unterteilst Du gedanklich die Breite und Höhe des Bildes in jeweils drei Teile; so dass Du neun Felder erhälst. Nun positionierst Du das Hauptmotiv (meist sind das Vordergrund-Elemente) auf die Kreuzungspunkte dieser Linie.

Zur Info: Viele Fotokameras können sogenannte Hilfslinien bereits auf dem Display und/oder im Sucher einblenden. Such dafür in den Kameraeinstellungen einfach mal nach Hilfslinien oder Bildeinteilung.

 

Landschaftsfoto Vinales

 

Tipp Nr. 5: Nutze das natürliche Licht an bester Tageszeit

Auch mit der besten Bildkomposition, mit der besten Kameratechnik, mit den besten technischen Mitteln…wird ein Landschaftsfoto nur so gut, wie es das Tageslicht erlaubt. Die Stimmung auf einem Naturbild hängt sehr stark von der Tageszeit bei der Fotoaufnahme ab; daher ist die Geduld ein stets guter Begleiter von jedem Fotograf.

Das natürliche Licht ist nicht den ganzen Tag gleich, und so erscheinen Landschaften, Bildelemente und die gesamte Stimmung je nach Aufnahmezeit in einem völlig anderen Licht. Persönlich schätze ich besonders folgende Phasen eines Tages:

Die Blaue Stunde

Die Blaue Stunde beschreibt die Zeit zwischen der Dämmerung nach einem Sonnenuntergang und völliger Dunkelheit der Nacht (resp. von der Nacht bis zum Sonnenaufgang). Das tiefblaue Licht harmoniert perfekt mit der Umgebung, die Wolken im Himmel heben sich ab, …ja die blaue Stunde bringt das gewisse Etwas in das Landschaftsfoto.

Die Goldene Stunde

Die Goldene Stunde beschreibt wiederum die Zeit vor der blauen Stunde – sprich während und kurz nach dem Sonnenuntergang (resp. Sonnenaufgang). Die Farben des Himmels gehen vom Rötlichen ins Gelbe, das Licht der tiefstehenden Sonne beleuchtet die Landschaften und Objekte mit einem angenehmen orange-gelben Licht.

Die Phasen eines Wetterumschwungs

Sei es nach dem Niederschlag, oder wenn der Nebel davon zieht, oder wiederum wenn dichte Wolken aufziehen….da gibt es ganz spannende Lichteffekte, die in Wörter kaum beschreibbar sind – sondern den besten Ausdruck auf Landschaftsfotos erhalten.

 

Foto Natur Engstlensee

 

Tipp Nr. 6: Langzeitbelichtung ist die Prise Salz der Naturbilder

Die Langzeitbelichtung ist die langsamste Disziplin in der Fotografie – aber die beste, um das Rauschen des Wasser, das Bewegen der Himmelskörper, das Rascheln der Bäume einzufangen.

Somit ideal, für dynamische Landschaftsbilder. Insbesondere bei Gewässer macht es Spass, bei der Bildaufnahme eine lange Verschlusszeit zu wählen. Die Langzeitbelichtung ist die Prise Salz, die eigentlich nicht notwendig ist, aber den Naturbilder schlussendlich das gewisse Etwas mitgibt.

Die Kunst der Langzeitbelichtung braucht viel Übung und noch mehr Geduld. In welche Richtung fliesst das Wasser um die Steine herum; wirken die Linien sinnvoll oder doch eher chaotisch? Ist der verschwommene Himmel ein Mehrwert für das Landschaftsfoto, oder lenkt er schlussendlich zu sehr vom Hauptmotiv ab?

Das sind alles Fragen, die man nur mit einer gewissen Erfahrung im Vornehinein beantworten kann. Und für Langzeitbelichtung benötigst Du technische Hilfsmittel wie Stativ, Fernauslöser und/oder Filter für das Objektiv. Damit können ungewollte Verwacklungen und Unschärfe vermieden werden.

 


Lese zum Thema Unschärfe auch folgenden Artikel

Unscharfe Fotos: 15 Tipps gegen verschwommene Bilder


 

Stimmung UNESCO Biosphäre Entlebuch

 

Tipp Nr. 7: Verschiedene Grössen als Kontrast

Kontraste auf einem Landschaftsbild wecken immer einen gewissen Wow-Effekt. Dies gilt insbesondere wenn man die Grösse verschiedener Bildelemente miteinander vergleicht.

Sei es ein einsamer Mensch in den Bergen, ein kleiner Stein neben einem grossen Felsen oder ein kleines Laubblatt vor einem grossen Wald – das klein-gegen-gross Spiel wirkt wie eine Prise Salz in der Suppe.

 

Tipp Nr. 8: Schwarz-Weiss zur Dramaturgie von Landschaftsbilder

Die meisten Landschaftsbildern werden farbig aufgenommen – kein Wunder, bietet die Natur doch viele wunderschönen Farbnuancen. Doch wer die Welt etwas dramatischer darstellen will, kann mittels Schwarzweiss-Bilder emotionsgeladene Landschaftsfotos herstellen.

Durch die Schwarzweiss Technik rücken andere Bildelemente in den Fokus, die bei farbigen Aufnahmen weniger im Mittelpunkt stehen. Etwa Wolkenbilder erhalten einen ganz anderen Charme, oder aber die Beschaffenheit von Bergen und Wäldern.

Schwarzweiss Berge

 

Tipp Nr. 9: Nimm Dir Zeit und geniesse den Augenblick

Jaja, diesen Tipp hast Du schon bei den Tipps für bessere Reisefotos, bei meinen Gedanken zur Strassenfotografie und/oder bei den Tricks für Portraitfotos gelesen – kein Wunder, es ist nämlich einfach mein Grundsatz: Wer den Augenblick geniessen kann, wer sich in der vorgegebenen Situation wohl fühlt, der wird auch schöne Fotos knipsen. Und das ist auch bei der Landschaftsfotografie nicht anders.

Das Thema der richtigen Kleidung, Nahrung und Ausstattung wird sehr häufig unterschätzt. Während den Aufnahmen von Naturbildern wirst Du häufig über längere Zeit unterwegs sein, weit abseits von Orten, an denen Du Dich einfach aufwärmen kannst oder Stärkung zu Dir nehmen kannst. Gutes Schuhwerk, dem Wetter gerechte Kleidung, Sonnen- resp. Regenschutz, eine Thermosflasche mit einem feinen Getränk, Süsses zum Naschen…..das alles kann schlussendlich auf deiner Fototour für gute Bilder von Landschaften Gold Wert sein.

Ganz nach dem Grundsatz: Wer sich am Ort wohl fühlt, wird den Moment besser geniessen können – und schöne Naturbilder machen. Daher: Verbinde das Fotografieren mit einem gemütlichen Ausflug, inkl. Thermoskanne und Apéro-Plättli!

 

hverir iceland

 

Tipp 10: Die Führung der Linien einbeziehen

Wie die verschiedenen Ebenen mit Vorder-, Mittel- und Hintergrund, können auch die natürlich vorhandenen Linien in der Landschaft das Bildmotiv spannend wirken lassen. Sei kreativ, und nutze die Linien als wichtiges Bildelement beim Aufbau deines Landschaftsfotos.

Ein Steg am See zieht den Blick in das Bild hinein. Auch Steinformationen können das Auge in ein Foto verführen. Nutze die Linien der Wolkenformationen als Muster. All diese Linienführungen können ein Landschaftsfoto zum Meisterwerk entstehen lassen.

Kleiner Tipp: Vertikale oder diagonale Linien führen tendenziell in ein Bild hinein und vermitteln Tiefe und die dritte Dimension des Raumes. Horizontale Linien dagegen blockieren eher den Blick und unterteilen das Bild in klarere Ebenen.

 

Tipp Nr. 11: Es gibt kein richtig oder falsch in der Landschaftsfotografie

Ein wichtiger Bestandteil für Landschaftsfotografie ist wie erwähnt das richtige Mindset und die ideale Ausstattung, sei es Kamera technisch oder einfach um sich wohl zu fühlen. Mit guter Vorbereitung im Vorfeld kann man sich das Leben vereinfachen.

Und trotz allen Tipps und Tricks, grosser Erfahrung und viel Übung – es gibt in der Fotografie schlichtweg kein richtig oder falsch. Und genau das ist das Schöne an der Landschaftsfotografie. Wichtig ist, dass man stets motiviert ist, neues zu entdecken, neues auszuprobieren und Erfahrungen zu sammeln. Kurz gesagt: Üben, üben, üben.

Aber vergiss nie: Welche Landschaftsbilder schön sind, und welche weniger, liegt schlussendlich im Auge des Betrachters.

 

Wege Landschaftsfotografie

 

Was sind Deine Erfahrungen und Tipps zum Thema Landschaftsfotografie? Welche Tipps und Tricks habe ich vergessen? Ich freue mich auf deinen Kommentar!

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2 Antworten

  1. Hallo,

    vielen Dank für das Teilen deiner Erfahrungen und die Zusammenfassung dieser in Form von Tipps.
    Die Erklärungen zum goldenen Schnitt allerdings sind nicht ganz korrekt, da der goldene Schnitt nicht erreicht wird, indem man das Bild exakt drittelt. Die Drittelregel ist nicht mit dem goldenen Schnitt gleich zu setzen, sondern stellt eine (minimal einfachere) Alternative dar.

    Viele Grüße
    Michael

  2. Hallo,

    danke für die konstruktiven Tipps. Bei bewusster Anwendung wird man seine Landschaftsfotos mit hoher Wahrscheinlichkeit verbessern können.
    Was mir an deinen Landschaftsfotos sehr gut gefällt, dass diese keinen Mainstream zeigen.
    Sie zeigen Landschaften vor der Haustür, deiner Heimat und deinen Reisen.
    Mach weiter so!

    LG
    Bernd

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